PRODUKTIONEN - ARCHIV

Du bist die Klimakatastrophe - oder: Sorry, we're Fucked! (2013 - 2015)

Theatersatire zum Thema Klimawandel und CO2-Footprint
mit EXPERTENGESPRÄCH im Anschluss an die Vorstellung
Premiere Nov. 2013 - Von September 2014 bis November 2015 auf Österreichtournee. Tourdaten hier.
Trailer finden Sie auf hier Youtube und Vimeo

DU bist die Klimakatastrophe“ ist ein satirisches Stück über alte Hüte und neue Sichtweisen. Der Klimawandel hinterlässt in den Alpen sichtbare Spuren, der Schnee bleibt aus, das Alpenland liegt brach: Murenabgänge, hungernde Kühe auf schlammigen Almen, rostig knarrende Gondeln, die Skiregion ist tot - kein Schnee - keine Touristen. Was jetzt? Hubert Schneeweiß gehört zu jenen Menschen, die jahrelang in den Ausbau der Pisten und Bergbahnen investiert haben. Nun steht er vor dem Ruin und seiner “wohlverdienten Pension”. Also übergibt er seine Anteile an die nächste Generation und setzt sich ab nach Thailand. Die Geschwister Schneeweiß entwickeln gegenläufige Zukunftskonzepte, über deren Realisierung erst abgestimmt werden muss. Ein Meinungspanaoptikum zum Thema Erderwärmung - mit Expertengespräch im Anschluss. DU bist die Klimakatastrophe! theater-JA.KOMM beschäftigt sich in dieser Produktion mit dem Klimawandel und seinen FolgenEin Meinungspanoptikum zum Thema Erderwärmung. Ergänzt wird die Theaterperformance durch externe BeiträgeEine ironische Auseinandersetzung für vier SchauspielerInnen und allerlei Experten. 

Entschleunigung versus Wachstumsparadigma Man kennt Bioprodukte, von Solar- und Windkraft haben wir alle auch schon mal was gehört - aber über den eigenen ökologischen Fußabdruck wissen noch die Wenigsten Bescheid. Vor allem wie man diesen verkleinern kann, ist oft gar nicht so einfach umzusetzen. Den Kern des Abends bildet ein sehr österreichisches Theaterstück, das dem “Gott der Nachhaltigkeit” gewidmet ist. Die Ausgangsbasis der Handlung bilden Fragen zu unserem Lebensstil. Sind wir wirklich frei oder eher fremdbestimmt? Sind wir in der Lage global zu denken oder eine wirtschaftliche Struktur komplett anders zu denken? Ist uns in unserem schnelllebigen Alltag der Sinn für das Naheliegende oder gar Vernüftige verloren gegangen? Wollen wir am Ende mitgemacht haben? Wobei? Überfluss macht krank, müde, übergewichtig und unzufrieden? Generationen, die im materiellen Wohlstand aufgewachsen sind, können sich vieles leisten, was für ihre Eltern oder Großeltern noch unvorstellbar war. Doch der Wohlstand und der damit verbundene Energieverbrauch könnte schon sehr bald an Grenzen stoßen. Er ist erkauft mit der Ausbeutung von Natur und Menschen zumeist in den so genannten Entwicklungsländern. Der Bewusstseinsgrad darüber nimmt stetig zu, das ökonomische Wachstumsparadigma wird brüchig, die Veränderungen am Arbeitsmarkt, die Verknappung begrenzter bis dato aber selbstverständlicher Naturressourcen und auch die verringerte Notwendigkeit des Wachstums innerhalb der gesättigten Wohlstandsgesellschaft, erfordern gesellschaftliche Veränderungen. Was also tun? Wir geben Tipps für den Alltag.

“DU bist die Klimakatastrophe” bricht die Debatte um alternative Lebensweisen auf ein Familiensetting herunter. Es findet einen unterhaltsamen und anschaulichen Weg, aktuelle umweltpolitische Fragen abzuhandeln. “DU bist die Klimakatasthrophe” ist eine ironisch - kritische Suche nach Orientierung und eine Auswertung von Expertengesprächen, für die u.a. Wolfgang Pekny, Gründer der Plattform footprint.at interviewt wurde.

MITWIRKENDE: Künstlerische Leitung, Regie: Eva Jankovsky Musik: Florian Zack & Band Bühne: Sonja Böhm, Dominique Hölzl, Stella Krausz Video: Philipp Kerber Besetzung: Felicitas Lukas, Stefan Ried, Jacqueline Sattler, Milan Stodulka Grafik: Veronika Sigl, Miriam Sachs Produktionsteam: Sophie Gurresch, Susanne Lässig PR: Elisabeth Sandbichler Special Appearance: Roland Düringer Fotos: Thomas Bar ua.

 

 

Felice B. auf die Couch gelegt (2014)

oder Kafka PRIVAT
Der moderne Klassiker Franz Kafka - nachvollziehbar - menschlich - greifbar.

Besser Schriftverkehr als gar kein Sex ?

FELICE B. AUF DIE COUCH GELEGT oder Kafka PRIVAT Ist eine theatrale Therapiesitzung, unter ärztlicher Aufsicht, die nicht nur den modernen Klassiker Franz Kafka menschlich - greifbar und ganz privat zeigt, sondern vor allem seine Verlobte, die Büroangestellte Felice Bauer beim Empfang seiner Briefe genauer unter die Lupe nimmt. Die wird vom leidenschaftlichen Briefeschreiber Kafka mit Post überhäuft und kommt mit dem Antworten kaum nach. Romantische Fernbeziehung oder krankhafter Briefterror? Während Felice um Worte und Erklärungen ringt, stöbern wir in Kafkas Tagebüchern und versuchen uns als Frauen des 21. Jahrhunderts den "eigenen Reim" drauf zu machen - nicht ohne wissenschaftliche Unterstützung und ärztlicher Aufsicht des Psychiaters, Philosophen und Kafka-Experten Prof. Hinderk M. Emrich. Gab es auch bei Kafka Beziehungsmuster, in die er sich immer wieder verstrickte? Warum? Wie fühlt sich das an, wenn man drei mal täglich Post von Franz Kafka bekommt - und dessen Mutter heimlich mitliest? Wie könnten Felice Bauers Antworten gelautet haben? Und: Ist Schriftverkehr besser als gar kein Sex?

FELICE B. AUF DIE COUCH GELEGT ist die dritte Zusammenarbeit zwischen Eva Jankovsky (theater-JA.KOMM, Wien) und Miriam Sachs (FILM RISS THEATER, Berlin). Im Kleistjahr 2011 setzten sie den Klassiker Heinrich von Kleist in Miriam Sachs' Küche, (KLEIST IN MEINER KÜCHE, Roman von Miriam Sachs, Regie Eva Jankovsky, uraufgeführt im Theater Pygmalion) in diesem Projekt legen sie Felice Bauer auf die Therapiecouch. Diese Maßnahme scheint aus heutiger Sicht bitter nötig, obwohl die bodenständige Stenotypistin, später sogar Prokuristin bei einer Firma für Diktiergeräte, relativ gelassen umging mit dem Briefterror, den Beziehungs-Achterbahnfahrten, dem Verlobungs-Entlobungs-Hin-Und-Her. Oder entsteht dieser Eindruck, weil nur Kafkas Briefe von der Korrespondenz erhalten sind? Er hatte sie dringend gebeten, seine Briefe aufzubewahren, ihre sind nicht erhalten. Ihr Gefühlszustand, ihre möglichen Antworten sind somit das Fragezeichen, das in dieser Doku-Fiktion und in unseren Assoziationen auf der Bühne erst greifbar wird. Diese spekulative Inszenierung lebt von Improvisation, Filmelementen und der analytischen ärztlichen Aufsicht von Prof.Hinderk M. Emrich. Das Zusammentreffen von Inszenierung, Improvisation und Wissenschaft in Sachen Klassiker, das verschmelzen von Forschung und Fiktion zu dokufiktionalen Formaten interessiert Miriam Sachs besonders. Hier liegt auch die klare Überschneidung mit der Theaterarbeit von Eva Jankovsky - Frauen im Schatten von berühmter Männer. 

Besetzung:

Miriam Sachs: Regie/ Filmanimationen und Trickfilm-Collagen, Moderation 
Eva Jankovsky: Felice Bauer
Roland Bonjour: Stimme vom Band / Kafka-Tagebücher
Prof. Hinderk M. Emrich: Psychoanalytischer und literaturwissenschaftlicher Kommentator 
Grafik: Miriam Sachs, Veronika Sigl
Produktion/ PR: theater-JA.KOMM 

19. & 20. Feb. 2014 - Pygmaliontheater, 1080 Wien  // 21. Feb. 2014 - Essl Museum, 3400 Klosterneuburg

Eine Produktion des theater-JA.KOMM in Zusammenarbeit mit dem Essl Museum, der Franz Kafka Gesellschaft und dem Filmriss-Theater Berlin

DIE Kinski AKTE - FIEBERFANTASIEN (2010)

 

Ist eine theatrale Anordnung unterschiedlichster emotionaler Szenen - jeweils einem Aspekt der schillernden Persönlichkeit Klas Kinskis gewidmet und inspiriert von seinem Werk - ein scharf gezeichnettes Abbild des protestes gegen das Abstrben von Emotion und Authentiziät. Kinskis Filmfiguren vereinigen in sich sämtliche Höhen und Abgründe der menschlichen Seele. Mit seinem Werk hinterließ er eine Palette an allgemein gültigen Mechanismen und Zusammenhängen des menschlichen Daseins. Er war das faszinierende Monster des Filmbusiness und eine monströse Faszination in seiner Emotionalität. Die Beschäftigung mit Kinskis Werk war ein Grenzganz zwischen äußersten Extremen, ein Akt gegen in die Ängste vor dem Leben als Urkraft. Kinski verstand das Leben an sich als gewaltsamen Prozess, sich selbst als zutiefst lebendig und in dieser Lebendigkeit unendlich einsam und unverstanden.

13. - 17. Oktober. 2010 - Palais Kabelwerk, Wien 

Eva Jankovsky:  Regie & Text
Martin Rille: Video
Bastia Hörmann:
Musik
Dominica Danner: Kostüm
Schauspiel: Michael Pöllmann, Gunther Elmer, Katharina Lochmann, Jenny-Ellen Riemann, Isabella Ruby
Produktion/ PR: theater-JA.KOMM 

 


Nijinskij - jedes Ding hat drei Seiten (2008)

nach den Tagebuchaufzeichnungen von Vazlav Nijinski - Ein Stück über die Einsamkeit und Zweisamkeit eines Menschen.
Der berühmte Tänzer V. Nijiskij im intimen Blickfeld. Die Tagebuchaufzeichnungen, die eine Mischung von Weitsicht und Verwirrung über das Leben darstellen, belegen gleichzeitig den Kampf und das Leid eines Menschen, der sich in sich selbst zu verlieren droht.
 
„Der Tod ist unverhofft gekommen, denn ich habe ihn gewollt. Ich habe mir gesagt, daß ich nicht länger leben will. Ich habe wenig gelebt. Ich habe ganze sechs Monate gelebt. Man hat mir gesagt, daß ich geisteskrank sei. ich dachte, ich sei lebendig.“ (Vazlav Nijinski) 
PLOT: Das Stück beleuchtet die Zeit vor dem ersten längeren Aufenthalt Nijiskijs in einer Schweizer Psychiatrie. Der Text basiert auf biografischem Material und den Aussagen und Gedanken, die Nijinski in den Wochen vor seiner Einlieferung niedergeschrieben hat. Der begnadete Tänzer Vazlav Nijinski wurde vom berühmten Impressario des Les Ballets Russes Sergej Pawlowitsch Diaghilew finanziell unterstützt und gefördert. Aber nach der Bekundung seiner Heirat mit Romola de Pulsky ist Diaghilew zutiefst verletzt. Am liebsten würde er Nijinskijs Karriere zu nichte machen. Durch eine Verkettung unglücklicher Zufälle zerbricht Nijinskij immer mehr an den Problemen und Enttäuschungen des Alltags außerhalb der Les Ballets Russes. Die Ehe mit Romola bleibt trotz Kinder unbefriedigend für den Künstler. Durch Krieg und Umstände dem gewohnten Arbeitsumfeld entrissen, versucht er mit seiner Schwester in England ein eigenes Programm zusammen zu stellen, was jedoch scheitert. In Folge von Überlastung kommt es zu einem Nervenzusammenbruch. Verhaltensauffälligkeiten mehren sich. Nijinskij fühlt sich unverstanden und beginnt in der Abgeschiedenheit der Schweizer  Alpen mit seinen Tagebuchaufzeichnungen. Die Flucht aus der Welt beginnt!
 
Stationendrama für drei Schauspieler und einen Livemusiker
Die Porträts von Lubomir Hnatovic, der seit Jahren immer wieder Patienten einer Psychiatrischen Heilanstalt in der Slowakei porträtierte, dienen uns als statisches „Bühnenbild“. Seine Gesichter verbinden sich vor dem Betrachter laufend mit dem Text und in diesem Kontext zu neuen Aussagen. Sie wirken verstärkend als Multiplikator des im Stück allgegenwärtigen Fragezeichens über die Grenzen zwischen Krankheit und Gesundheit oder Genie. Die Zuschauer bewegen sich frei wie die Schauspieler im Raum. Das hohe Maß an Improvisation erfordert eine andere Spieltechnik und ein größeres Vertrauensverhältnis zwischen den Teammitgliedern und bedeutet daher auch längere Probenzeiten als normalerweise. Die Musik fungiertebenso als kommunktionsebene, auf die die Schauspieler reagieren können und umgekehrt. Videoinstallationen laufen teilweise in der Endlosschleife, Gespräche finden im Nebenzimmer statt...
Besetzung: Eva Jankovsky: Regie & Text Lubomir Hnatovic: Ölporträts geistig behinderter Menschen Simon Schmid: Musik

mit: Thomas Groß als Vazlav Nijinskij / Clemens Aap Lindenberg als Sergej P.Diaghilew / Eva Jankovsky als Romola de Pulszky 

Premiere: Pool7, Wien, November 2007
weitere Vorstellungen: Siebensterngalerie, Wien, 2008